Christian Dössel

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Olympiamilano – Herausforderungen an zeitgemäße Marktforschung

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Wieso fällt mir hier die MaFo ein?

Montag, Juni 27th, 2011

ich habe gerade ein Zitat von Roger de Weck, Generaldirektor der öffentlich-rechtlichen Schweizer SRG, gelesen.

“Globale Anbieter schneiden sich gewaltige Stücke des Kuchens ab, und wir führen einen Verteilungskampf um die Brosamen.”

Das gilt für so viele Bereiche, auch für die Marktforschung…

Also, auf geht’s!!!

Was den Marktforschern die PR-Studie ist…

Mittwoch, Mai 26th, 2010

… ist den NextGen Marktforschern die traditionelle MaFo.

Ein Fünftel der Deutschen würde ein Lebensjahr gegen eine Million Euro tauschen

Stuttgart (ots) – Jeder Fünfte in Deutschland wäre bereit, ein Lebensjahr zu opfern, wenn er dafür im Gegenzug eine Million Euro erhalten würde. Das ergab eine repräsentative Umfrage für das Magazin Reader’s Digest. Wie das Meinungsforschungsinstitut Emnid unter 1.002 Personen herausfand, ist die Bereitschaft für dieses “Geschäft” umso größer, je jünger die Befragten sind. So gaben 29 Prozent der 14- bis 29-Jährigen an, sie würden ein Lebensjahr für den Reichtum hergeben. Bei den 40- bis 49-Jährigen wären nur 24 Prozent bereit, bei den 50- bis 59-Jährigen allenfalls noch 13 Prozent.. usw. usw. usw.

Ach, ich liebe und hasse diese PR Studien in gleichem Maße.

Einerseits ist die Wirkung unbestritten (das liegt an der Einfachheit der Ergebnisse), andererseits ist die Erkenntnistiefe flach.
So ist es kein Wunder, dass Mängel über fehlende weitergehenden Analysen oder anderslautende Schlüsse oder Interpretationsmöglichkeiten gerade aus dem Lager der traditionellen MaFo schnell festgestellt werden.

PR Studien sind eben keine MaFo.

Doch so kritisch wie die traditionelle MaFo die PR-Sutdien betrachtet so kritisch werden sie mittlerweile selber beobachtet. Fragen nach Sinn und Unsinn von Ergebnissen und Methoden tauchen auf, grundlegende Annahmen werden in Frage gestellt und alternative Wege zur Strukturierung der Lebenswirklichkeit von Individuen und Organisationen (probeweise) beschritten.

Scheint mir, als kommt es mal wieder auf die Perspektive an…

You killed Market Research…

Dienstag, Mai 18th, 2010

Auch nach mehrmaligem Lesen beschäftigt mich das hier immer noch.

Es handelt sich um 10 Thesen im weitesten Sinne. Man könnte auch sagen, es sind 10 Weckrufe an die Branche.

Und wenn ich an meine sagen wir letzten zehn Projekte denke, so kann ich den Gehalt jeder der 10 Thesen schmerzhaft spüren. Es ist halt ein weiter und steiniger Weg. Das liegt daran, dass es lange dauert bzw. viel Invest bedeutet um Verhalten zu verändern. Das betrifft die Verkehrsmittelwahl genauso wie der Jahrzehnte lang gängige Umgang mit Marktforschung.

You killed market research when you didn’t stand up to your client’s self-destructive demands
You killed market research when you promoted your friend instead of the best person for the job.
You killed market research when you treated respondents like lab rats.
You killed market research when you mistook information for understanding.
You killed market research when you confused profit with success.
You killed market research when you defended the status quo.
You killed market research when you abandoned common sense for self-preservation.
You killed market research when you didn’t accept inconvenient truths.
You killed market research when you sought safety in the herd.
You killed market research when you allowed the voice above you to drown out the voice inside you.

Ja, und ich habe auch zwei absolute Lieblingsthesen.

Einmal die mit den “inconvenient truths”, denn hier zeigt sich einer der m.E. wichtigsten neuen Rollenmuster der Marktforschung. Okay, ein bestimmter Teil der durchgeführten Studien dient einer “Cover my Ass”-Mentalität, da will man sichergehen, dass man eine Entscheidung gut abgesichert hat. Und viele MaFo-Brand profitieren von dieser Mentalität, wenn sie ihren Stempel auf die Ergebnisse setzen und damit Glaubwürdigkeit, Seriosität und Beglaubigung vermitteln.

Aber richtig interessant für mich sind die “anderen” Studien, dort wo die Marktforschung zeigt, dass sie mitdenkt, Partner auf gleicher Augenhöhe ist und nicht nur berichten, sondern auch gestalten kann. Und zu dieser Gestaltungsmacht gehört es eben auch, unbequem zu sein, wenn die nötig ist: unbequeme Fragen beim Briefing zu stellen, unbequeme Wege in der Datenerhebung zu gehen, unbequeme Ergebnisse zu präsentieren und unbequeme Diskussionen zu führen über die Bedeutung der Ergebnisse.

Meine zweite Lieblingsthese ist die mit der Sicherheit in der Herde. Das geht ein bisschen in eine ähnliche Richtung, fokussiert jedoch noch einen anderen Punkt, und zwar den des Selbstverständnis der Marktforschung. Ich denke, es macht wirklich Sinn die großartigen Leistungen und den Nutzen, den die Branche für ihre Kunden hervorbringt, aktiv und selbstbewusst zu promoten.

Auch das gehört zu den neuen Herausforderungen, denn auch das ist lange Zeit untergegangen, so dass sowohl Stellenwert als auch Selbstbild der Marktforschung an Attraktivität verloren hat und immer weiter verliert. Immer dort, wo der Weg der Sicherheit verlassen wird, wo Marktforschung sich nicht auf vertrautes Terrain z.B. der Methodenhoheit zurückzieht, dort wird erkennbar, was die Marktforschung eigentlich in der Lage ist zu leisten…

Weisheiten #2

Donnerstag, Januar 28th, 2010

“Fear is the path to the dark side”

Yoda