Christian Dössel

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Olympiamilano – Herausforderungen an zeitgemäße Marktforschung

Wieviel “Sascha Lobo” verträgt die Marktforschung?

April 28th, 2011

Ich muss sagen, dass mich das beeindruckt hat, zum wiederholten Mal. Und ich kann zuerst auch gar nicht sagen, was mir genau daran gefallen hat. Aber zum Glück bin ich dann doch noch drauf gekommen…

Da ist jemand, über den schon viel geschrieben wurde, und der auch gerne und viel über sich selbst schreibt (und vor allem redet), und der bewegt scheinbar etwas.
Ich war am vergangenen Mittwoch in Hamburg auf der Veranstaltung mediacoffee von der news aktuell GmbH. Thema war “Expedition ins Ungewisse: Welche neue Medienwelt entdecken Verlage, Web und Social Media?”.
Die Veranstaltung war nicht der Rede wert (zum Medienecho geht es hier, hier
und hier lang…), aber ich habe das erste Mal Sascha Lobo länger als 5 Minuten bzw. 140 Zeichen erlebt. Und das zumindest hat sich fast gelohnt.
(Komplett gestreamte Veranstaltung hier, für diejenigen mit mehr Zeit).

Was mir besonders gefällt, ist die Rolle, die er oftmals einnimmt, Provokateur könnte man das nennen, oder positiver ausgedrückt, Herausforderer. Durch die Art und Weise der Argumentation, spitzfindig in der Wortfindung und pointiert in der Auseinandersetzung macht es in erster Linie die Mischung aus was er sagt und wie er es sagt. Dieses relativ aktuelle Video kann von mir aus mal als Beweis dienen…

Aber auch inhaltlich finde ich diese 44 Sekunden interessant. Da stellt sich einer hin und verpasst der gesamten Bloggeria eine schöne Abreibung. Und nicht, dass ihm das irgendwie schadet, nein, es gehört zu seiner stringenten Inszenierung als – wenn man so will – Eigen-Marke. Ich erinnere mich noch an die Zeit, als die Dmexco noch OMD hieß, und kein Marktforschung-Institut ausgestellt hat. Da lief er dann rum und hat sich aufs Übelste beschwert, dass er nicht verstanden wird und die gesamte Branche in eine Sackgasse fährt. Mit manchem hat er Recht behalten, mit manchem auch nicht, klar.

Ist so was gut? Ich denke ja! Und ich denke auch, dass jede Branche seinen Sascha Lobo verdient hätte, positiv gemeint. Jemand der den Status Quo herausfordert, sich dabei manchmal zu weit aus dem Fenster lehnt aber vor allem zum Nachdenken und zur Veränderung anregt.

Haben wir, als Marktforschungs-Branche auch einen solchen Provokateur bzw. Herausforderer? Ich sehe keinen.

Aber ich finde, dass es mal Zeit für einen wäre; einen, der den nächsten Kongress rockt. Oder der auf einem anderen Branchentreff aufs Deutlichste klar macht, dass wir (auch) für die Produktion von Inhalten verantwortlich sind, die es unseren Kunden ermöglicht ihre Organisation so zu verändern oder anzupassen, dass sie mit neuem Verbraucherverhalten umgehen können.

Dazu gehören neue Methoden, neu Erhebungsformen, neue Präsentationen, neue Ergebnislieferungen, neue Arten sich selbst als Marktforschung zu verstehen. Wenn das nicht passiert, wird die Rolle von Marktforschung immer stärker ausschließlich operativ bleiben.

Die 10 Thesen beim BVM Kongress in Bonn waren schon mal für Marktforschungs-Verhältnisse ein mutiger Vorstoß. Leider hat das aus unterschiedlichen Gründen nicht so geklappt.

Tot oder lebendig, egal. Marktforschung muss sich strecken…

März 4th, 2011

Endlich mal eine sehr gute Kolumne auf marktforschung.de, noch besser als die anderen.
Der Umgang mit Social Media und Social Media Marketing durch die Marktforschung war (wieder mal) das Thema. Und ich glaube, die Kolumne sollte Mut machen, indem sie Angst vor allzu großer Veränderung nimmt.

Aber eine Sache habe ich auch nach mehrmaligem Lesen nicht ganz verstanden:
Wie kommt dieser Turn der Argumente zustande von einer m.E. richtigen Situationsbeschreibung (Ich mag den Ausdruck „erstaunlich konservative Ader“) zu diesem Push einer „Alles wird gut“ bzw. „Alles ist nicht so schlimm“-Stimmung? Wer kann mir auf die Sprünge helfen?

Vielleicht bleibt mehr gleich in unserem täglichen Arbeiten, unseren Methoden und Herangehenweisen als sich daran ändert, kann sein, wer weiß das schon.

Aber dass sich etwas ändern muss, liegt m.E. auf der Hand. Können wir die vom Oliver aufgenommene Frage „Wer, wenn nicht wir?“ wirklich so selbstbewusst beantworten? Und kommen unsere Kunden und Auftraggeber zu der gleichen Antwort auf diese Frage wie wir?
Meine Antwort ist: Nicht unbedingt!

Was ich schon Ende 2009 gesagt habe, glaube ich immer noch. Das Thema Social Media ist technologisch und methodisch eine Herausforderung an uns, keine Frage.
Aber es ist auch und vielmehr eine Herausforderung an die Positionierung der Branche. Denn durch Social Media wird deutlich, dass diese nicht mehr stark genug ist, nicht mehr bei allen unseren Kunden, nicht bei uns selber (warum braucht es sonst diese „Weckruf-Beruhigungs-Kolumne“) und schon gar nicht bei unseren alten und neuen Konkurrenten aus Beratung und Marketing.

Ja, wir sind alle „Versteher“, die Oliver aufzählt, alles richtig (mal besser, mal schlechter).

Aber sind wir auch „Markteting-Versteher“, wenn Marketing kein Bestandteil unserer Ausbildung ist? Und reicht „Verstehen“ überhaupt aus heutzutage? Und was ist mit Unterstützung bei der Umsetzung? Sind wir auch „Umsetzer-Versteher“? Und wenn nein, warum eigentlich nicht? Oder sind wir „Konkurrenz-Versteher“? Wir sagen unseren Kunden alles Mögliche über ihre Märkte, aber mit der Definition und Beobachtung unsere eigene Kategorie tun wir uns so schwer.

“Zukunft braucht Herkunft”, das gefällt mir gut, von mir aus gerne.
Aber das Festhalten an der Herkunft darf nicht bedeuten, dass wir versuchen alle herkömmlichen Modelle, Methoden und Ansprüche den neuen Herausforderungen überzustülpen. Denn das wird nicht funktionieren. Albert Einstein war es, der gesagt hat: “The definition of insanity is doing the same thing over and over again and expecting different results”

Interessant auch, dass „das Wort“, also die Kolumne weiter getragen wird, auch über eben die Social Media Kanäle. Also Augen auf: wir tun es auch, wie so viele andere. Social Media bestimmt auch unsere Interaktion mit.

Daher würde ich es eher – frei nach Frank Zappa – so beschreiben: „Market Research isn’t dead. It just smells funny.”

Ja, Prognosen sind schwierig…

Februar 28th, 2011

und jetzt mal ohne den alten MaFo-Kalauer, dass das besonders für solche – in die Zukunft gerichtete – gilt ;-)

Und ein Ding, was ich in diesem Zusammenhang nie verstanden habe, ist Sky, aka Premiere…

Ich kenne kein Unternehmen, was so nachhaltig und so lange rote Zahlen geschrieben hat und vielleicht auch noch schreibt (sogar bei Lycos Europe war nach 10 Jahren Schluss).

Ich muss zugeben, ich hatte im Rahmen eines Projekts für die Firma mal für zwei Jahre eine Abo. Und das war auch gar nicht so schlecht, contentseitig, vor allem Fußball hat mich schwer begeistert. Allerdings musste ich regelmäßig bei der Helpline anrufen, weil ich kein Bild empfangen habe. Aber nach mehreren Telefonate kannte ich dann irgendwann alle Tricks und Work-Arounds (z.B. einfach mal den Netzstecker am Decoder lösen, 2 Minuten warten, und dann wieder anschließen).

Egal, DWDL hat heute eine Liste mit den 20 Dingen veröffentlicht, die man bisher über premiere bisher noch nicht wusste… Sind ein paar interessante dabei.
Mein Favorit:

Vor dem Sendestart 1991 gaben die drei Gesellschafter von Premiere das Ziel von 750.000 Abonnenten aus. Damit könne man profitabel arbeiten. Angepeilt war, dieses Ziel binnen drei Jahren bis 1994 zu erreichen. Und 1994 erreichte man sogar 850.000 Abonnenten, machte aber immer noch 90 Millionen Mark Verlust im Jahr. Das ist allerdings nichts gegen 2001/2002 als Premiere täglich 2 Millionen Euro (!) verlor.

Dann ist ja auch kein Wunder…

Schade, ich hätte gerne auch gelesen, wie viel Geld insgesamt in den 20 Jahren ausgegeben wurde…

Ich mag sowas ja – animierte Information

Februar 25th, 2011

Es sieht aber auch immer sehr aufwendig aus, so etwas zu erstellen. Oder ist das einfacher als ich denke?

Und es geht um die Aktivierungen vom Android im Zeitverlauf…
Erst kommt die Welt, dann Amerika, gefolgt von Europa und schließlich Asien.

Steve Jobs hat auch mal klein angefangen…

Februar 10th, 2011

Wer also Lampenfieber hat und denkt, damit ist die Weltherrschaft außer Reichweite, der irrt.
Das zeigt dieses schöne Video
(Quelle: New York Times)…

Viel Spaß!!!

Olympiamilano in der Top Ten

Januar 7th, 2011

Eher aus einer Laune heraus, dass die Diskussion über die Herausforderungen an die Marktforschung in Deutschland nicht so recht vorwärts kommt, habe ich eine “Prediciton” für 2011 gemacht. (Stimmt nur halb. in Wirklichkeit schlummert seit Wochen ein Blogpost in meinem Kopf zu dem Thema, der endlich mal geschrieben werden muss).

So, 748 Votes später, ist meine Prediciton in den famosen Top Ten gelandet:

Scheint also nicht so falsch zu sein…

Leseempfehlung: Fieldnotes von @FTress von ODC

Januar 7th, 2011

Mache ich ja selten, aber …

Ich folge seit ein paar Wochen dem Blog Fieldnotes von Florian Tress.

Es werden unterschiedliche Themen rund um die Marktforschung kritisch nachgefragt und Herausforderungen skizziert. Ein wie ich finde ausgesprochen gelungenes Blog mit Attitude.

Lest mal selber…

Market Research Predictions Site

Dezember 20th, 2010

Eigentlich eine gute Sache, und passt auch gut in den Dezember.

Was ist denn Eurer Market Research Predicition 2011?
Gerne hier in dei Kommentare oder direkt bei der Market Research Predictions Site (Registrierung erforderlich).

Meine ist übrigens diese hier: “Without positioning MR will be lost in the marketing shark tank – Marketing agencies, advertising agencies and consultancies will gain an even bigger slice of the market research cake…”

Data entertainment – Hans Rosling did it again…

Dezember 2nd, 2010

Als Fan von Hans Rosling muss man auch das gesehen haben…

Neuer spektakulärer Look, bewährtes Talent zum Story Telling…

Der Jahresrückblick Adventskalender beim FOYER

Dezember 1st, 2010

Ich finde das ja eine gute Idee ;-)

Auf dem Foyer für engagierte Marktforschung ist seit heute das erste Türchen (oder Fensterchen) beim großen MaFo-Jahresrückblick-Adventskalender geöffnet.

Es startet mit einem Ausblick auf 2010 von Joel Rubinson.
In seinen “Six marketing research wake-up calls in 2009″ zieht er Bilanz für 2009 aber stellt vor allem neue Herausforderungen an die Branche in 2010 vor.

Macht schon Spaß das mal zu lesen und zu sehen, was sich von den These wie entwicklet hat in den letzten 12, also 11 Monaten…

Bin schon gespannt, was morgen kommt…