Christian Dössel

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Olympiamilano – Herausforderungen an zeitgemäße Marktforschung

Archive for the ‘Allgemein’ Category

Brand Research im Social Web – Erforschen der B2C2C Kommunikation…

Dienstag, August 2nd, 2011

Keine Frage, Facebook ist mit 714 Millionen unique visitors weltweit im Mai 2011 (nach comScore) das stärkste social network unter allen. Die immense Reichweite der social networks hat schon seit längerem viele Markenhersteller dazu bewegt, Markencontent über social networks allgemein und speziell über Facebook zu verbreiten.

Während es für die Verbreitung von Markencontent und Markenwerbung auf klassischen Kanälen seit Jahren ein mehr oder weniger bewährtes Instrumentarium zur Erhebung von Reichweiten und Erforschung der Wirkung gibt, ist dies für Markencontent via Facebook nicht der Fall.

Es gibt zwar harte Fakten für die quantitative Beschreibung von Nutzern von Markenseiten auf Facebook (ja, die “Fans”), die sich aber nahezu alle auf die spröde Anzahl an Fans beziehen. Reichweite wird hier gleichgesetzt mit Anzahl der Fans.

Dass dies nur die erste Hälfte der Geschichte ist, zeigt aktuelle Forschung über die Wirkung von Markencontent auf Facebook (wie z.B. die Studie in Zusammenarbeit von comScore und Facebook, link zum white paper (Registrierung nötig)).

Neben den Fans von Marken auf Facebook, um die sich nicht nur beim Marekting sondern auch bei der Markforschung zunehmend vieles dreht, rücken die Freunde der Fans zunehmend in den Vordergrund. Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass die Anzahl der Freunde der Fans über fast alle Marken hinweg die Zahl der Markenfans bei weitem übertrifft (comScore geht von einem Faktor 34 bei den Top 100 US Facebook Marken aus).

Ein weiterer entscheidender Grund für die Wichtigkeit der Freunde der Fans ist das Ergebnis der Analysen, dass über 25% der Zeit auf Facebook mit dem Lesen, Verfolgen und Betrachten der Timeline verbracht wird. Dieser Bereich ist der Teil von Facebook, in dem die Meldungen der eigenen Freunde eingeblendet werden, also auch deren Interaktionen mit Marken, mit denen diese “befreundet” sind. Die Wirkung dieser brand impressions ist, weil sie nicht von den Marken selber sondern von den Freunden kommt, deutlich intensiver zu bewerten.

Daher ist es in diesem Fall, anders als bei klassischen Medien, erforderlich diese Kommunikation, nennen wir sie mal “B2C2C-Kommunikation” weiter zu erforschen um die Wirkungsweisen zu verstehen.

Schon erstaunlich, dass nur 10% der Facebook Zeit mit Apps und Tools verbracht wird. Ist das in Deutschland wohl auch so?

Das wundert mich insbesondere, weil ja viele Marken hier das meiste Geld (neben Facebook Ads) stecken und die Agenturen mit Facebook hier das meiste verdienen können.

Sollte man den Marken mal sagen. Oder besser nicht.
Lieber den Bedarf an mehr facebookresearch wecken…
;-)

MROC, Access-Panel, Facebook…

Mittwoch, Juli 27th, 2011

So, weil es gerade bei mir relevant ist. Anbei ein paar Gedanken zu dem Thema MROCs, Online Panel und Marken-Communities, die ich beim Foyer gepostet habe…

Darüber müsste man mal Research on Research machen. Das Design habe ich schon im Kopf…
Hat jemand aus dem Panel-Business Interesse?

Online access panels, natural communities and online research communities – what, when and why?!?

Online, Social Media Monitoring, Research Communities … It has been a long time ago since market research was affected by that huge amount and speed of change. Not only in order to marketing their own services, but also to face the challenges new words, phrases, tools, brands and so on have been established.

No wonder that confusion sometimes is still quite large.

One approach that became a popular representative of new methods in a short time is the approach of online research communities, also known as Market Research Online Community (MROC).

There are different definitions of Online Research Communities, but they all have a common base: “An Online Research Community is a platform that is used exclusively to generate a deep understanding of needs, attitudes and the reality of life of specific target groups.”

So we don’t talk about access panels with a focus on quantitative research and we don’t talk about natural communities full of customers’ conversation, like brand communities, Facebook pages or topic related community sites.

But of course these sources can help us finding and recruiting the right participants for an appropriate Online Research Community.

But we have to make sure to keep advantages and disadvantages in mind:
For example people from Online Access Panels are used to the internet, but they are probably not used to community tools and have a lack of willingness to participate over a longer period of time.

On the other hand people from a natural community like a branded site or a Facebook page have rich experience with a specific topic as well as with the community tools but maybe they don’t want to participate in market research. And sometimes, especially if you are not the owner of the natural community, it might be difficult to talk to the community members.

We will learn more about research communities at The Market Research Event 2011 in November. If you look at the program you will see that IIR USA has planned a whole track for this topic. It will be interesting to follow the “Social Media & Communities” track on Monday.

Wieso fällt mir hier die MaFo ein?

Montag, Juni 27th, 2011

ich habe gerade ein Zitat von Roger de Weck, Generaldirektor der öffentlich-rechtlichen Schweizer SRG, gelesen.

“Globale Anbieter schneiden sich gewaltige Stücke des Kuchens ab, und wir führen einen Verteilungskampf um die Brosamen.”

Das gilt für so viele Bereiche, auch für die Marktforschung…

Also, auf geht’s!!!

Schnell, billig, gut… Das sind ja gleich drei Wünsche auf einmal…

Montag, Juni 27th, 2011

Und noch ein paar Gedanken zur Positionierung der Marktforschung

Aufbauend auf der Kolumne von Oliver Tabino von Q und meinem Kommentar zu den Implikationen der fehlenden Positionierung der Marktforschung geht es heute weiter.

Ich habe endlich mal Zeit gehabt, mir den GreenBook Research Industry Trends Report genauer anzuschauen.
Auch wenn die Mehrzahl der Ergebnisse von US-amerikanischen Teilnehmern stammt, macht es Sinn sich das mal anzusehen. New York und San Fransico sind auch für unsere Branche “Trendmetropolen” (so schwer das auch vorstellbar ist) mit Nachahmungspotenzial in Europa im Allgemeinen und in Deutschland im Speziellen…

Der Pessimismus ist groß!

Und es fängt mit einer echt schlechten Nachricht an. Der Anteil derer, die den Stellenwert von Marktforschung beim Marketing im Vergleich zu vor 5 Jahren als schrumpfend beurteilen, hat sich um 20%-Punkte erhöht. Und dass in einer Frist von 6 Monaten. Es sind nur noch knapp die Hälfte der beteiligten Experten, die der Marktforschung einen steigenden oder zumindest konstanten Stellenwert zuschreiben.

Woher dieser Pessimismus kommt, ist nicht ganz klar. Die Krise war zur Erhebungszeit noch spürbarer als heute, das mag einen Einfluss haben. Aber so krass? Ich weiß nicht…
Was also kann noch dafür verantwortlich sein, dass das Standing und der Respekt gegenüber Marktforschung so gelitten hat?

Woher kommt der Pessimismus?

Der Grund für diese Wahrnehmung kann eigentlich nur in einem erlebten Qualitätsverlust zu suchen sein. Hier weisen die Autoren auf die Unvereinbarkeit von “billig”, “schnell” und “hochwertig” hin. Da ist sicher einiges dran.
Wir alle kennen das, dass man – egal ob intern oder extern – immer schneller und vor allem zu immer weniger Kosten Ergebnisse liefern muss.

Falscher Ansatz.

Wenn wir das mit uns machen lassen, dann ist eine so pessimistische Wahrnehmung der Wertigkeit unserer Arbeit kein Wunder. Wir müssen Argumente dafür finden und formulieren, dass dies ein falscher Weg ist.

Natürlich ist das schwer, denn die Gefahr, dass der Kunde an der nächsten Ecke jemanden findet, der es so schnell und so billig wie gewünscht macht, ist sehr groß. Und ganz ehrlich, es treiben sich genügend Player im Markt herum, die genau hier ansetzen, auch wenn das keiner hören will.

Wie also können wir argumentieren? Welche Argumente finden wir dafür, dass das der falsche Ansatz ist? Ein großes Feld, in dem eine Reihe von Antworten liegen, heißt “Beratung”.

Beratung muss wieder groß geschrieben werden

Kunden wollen, dass wir schnell und günstig sind, aber sie wollen auch, dass wir sie verstehen (Platz 1 bei der Wichtigkeitsabfrage in der Studie, egal ob qualitativ oder quantitativ). Und dass sollten wir ernst nehmen. Beratung fängt an beim Verstehen der Anforderungen und endet bei der Implementierung der Ergebnisse in die Unternehmensprozesse.

Zwei von drei Befragten der GreenBook Studie stimmen zu (Top Two auf der 7er Skala), dass Kunden heute weniger in der Lage sind, zwischen high-quality Marktforschung und mittelmäßiger Marktforschung zu unterscheiden.

Je mehr wir versuchen die Bedürfnisse zu verstehen und je weniger wir gleichzeitig versuchen unsere Tools zu vertreiben, desto besser ist unser Output. Und je besser unser Output ist, desto höher ist die Chance, dass wir nach der Studie mit am Tisch sitzen bleiben und implementieren.

Wenn wir es schaffen, dass Qualität gegenüber Geschwindigkeit wieder an Wichtigkeit gewinnt, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Dafür müssen wir uns jedoch strecken. Aber das sollte es uns wert sein.

Denn es muss uns und unseren Kunden wieder leichter fallen zwischen high-quality Marktforschung und mittelmäßiger Marktforschung besser unterscheiden zu können. Anderenfalls werden wir zum operativen Anhängsel, handwerklich austauschbar und ohne echte Relevanz…

Wie man mit Leidenschaft und Relevanz berät?
Schaut selbst…

Coaching à la Olympiamilano, Juni 2011 – Rückblick

Freitag, Juni 24th, 2011

Rückblick auf das Coaching von Anfang Juni.

Thema damals: “Hard Selling”



Hard Selling Training

Coaching à la Olympiamilano, Juni 2011

Freitag, Juni 24th, 2011

Das Thema heute:

“Präsentationstraining -
Begeistern durch einfache und verständliche Aussagen”!







Von Gus Backus lernen hieß schon immer siegen lernen!

Tot oder lebendig, egal. Marktforschung muss sich strecken…

Freitag, März 4th, 2011

Endlich mal eine sehr gute Kolumne auf marktforschung.de, noch besser als die anderen.
Der Umgang mit Social Media und Social Media Marketing durch die Marktforschung war (wieder mal) das Thema. Und ich glaube, die Kolumne sollte Mut machen, indem sie Angst vor allzu großer Veränderung nimmt.

Aber eine Sache habe ich auch nach mehrmaligem Lesen nicht ganz verstanden:
Wie kommt dieser Turn der Argumente zustande von einer m.E. richtigen Situationsbeschreibung (Ich mag den Ausdruck „erstaunlich konservative Ader“) zu diesem Push einer „Alles wird gut“ bzw. „Alles ist nicht so schlimm“-Stimmung? Wer kann mir auf die Sprünge helfen?

Vielleicht bleibt mehr gleich in unserem täglichen Arbeiten, unseren Methoden und Herangehenweisen als sich daran ändert, kann sein, wer weiß das schon.

Aber dass sich etwas ändern muss, liegt m.E. auf der Hand. Können wir die vom Oliver aufgenommene Frage „Wer, wenn nicht wir?“ wirklich so selbstbewusst beantworten? Und kommen unsere Kunden und Auftraggeber zu der gleichen Antwort auf diese Frage wie wir?
Meine Antwort ist: Nicht unbedingt!

Was ich schon Ende 2009 gesagt habe, glaube ich immer noch. Das Thema Social Media ist technologisch und methodisch eine Herausforderung an uns, keine Frage.
Aber es ist auch und vielmehr eine Herausforderung an die Positionierung der Branche. Denn durch Social Media wird deutlich, dass diese nicht mehr stark genug ist, nicht mehr bei allen unseren Kunden, nicht bei uns selber (warum braucht es sonst diese „Weckruf-Beruhigungs-Kolumne“) und schon gar nicht bei unseren alten und neuen Konkurrenten aus Beratung und Marketing.

Ja, wir sind alle „Versteher“, die Oliver aufzählt, alles richtig (mal besser, mal schlechter).

Aber sind wir auch „Markteting-Versteher“, wenn Marketing kein Bestandteil unserer Ausbildung ist? Und reicht „Verstehen“ überhaupt aus heutzutage? Und was ist mit Unterstützung bei der Umsetzung? Sind wir auch „Umsetzer-Versteher“? Und wenn nein, warum eigentlich nicht? Oder sind wir „Konkurrenz-Versteher“? Wir sagen unseren Kunden alles Mögliche über ihre Märkte, aber mit der Definition und Beobachtung unsere eigene Kategorie tun wir uns so schwer.

“Zukunft braucht Herkunft”, das gefällt mir gut, von mir aus gerne.
Aber das Festhalten an der Herkunft darf nicht bedeuten, dass wir versuchen alle herkömmlichen Modelle, Methoden und Ansprüche den neuen Herausforderungen überzustülpen. Denn das wird nicht funktionieren. Albert Einstein war es, der gesagt hat: “The definition of insanity is doing the same thing over and over again and expecting different results”

Interessant auch, dass „das Wort“, also die Kolumne weiter getragen wird, auch über eben die Social Media Kanäle. Also Augen auf: wir tun es auch, wie so viele andere. Social Media bestimmt auch unsere Interaktion mit.

Daher würde ich es eher – frei nach Frank Zappa – so beschreiben: „Market Research isn’t dead. It just smells funny.”

Ja, Prognosen sind schwierig…

Montag, Februar 28th, 2011

und jetzt mal ohne den alten MaFo-Kalauer, dass das besonders für solche – in die Zukunft gerichtete – gilt ;-)

Und ein Ding, was ich in diesem Zusammenhang nie verstanden habe, ist Sky, aka Premiere…

Ich kenne kein Unternehmen, was so nachhaltig und so lange rote Zahlen geschrieben hat und vielleicht auch noch schreibt (sogar bei Lycos Europe war nach 10 Jahren Schluss).

Ich muss zugeben, ich hatte im Rahmen eines Projekts für die Firma mal für zwei Jahre eine Abo. Und das war auch gar nicht so schlecht, contentseitig, vor allem Fußball hat mich schwer begeistert. Allerdings musste ich regelmäßig bei der Helpline anrufen, weil ich kein Bild empfangen habe. Aber nach mehreren Telefonate kannte ich dann irgendwann alle Tricks und Work-Arounds (z.B. einfach mal den Netzstecker am Decoder lösen, 2 Minuten warten, und dann wieder anschließen).

Egal, DWDL hat heute eine Liste mit den 20 Dingen veröffentlicht, die man bisher über premiere bisher noch nicht wusste… Sind ein paar interessante dabei.
Mein Favorit:

Vor dem Sendestart 1991 gaben die drei Gesellschafter von Premiere das Ziel von 750.000 Abonnenten aus. Damit könne man profitabel arbeiten. Angepeilt war, dieses Ziel binnen drei Jahren bis 1994 zu erreichen. Und 1994 erreichte man sogar 850.000 Abonnenten, machte aber immer noch 90 Millionen Mark Verlust im Jahr. Das ist allerdings nichts gegen 2001/2002 als Premiere täglich 2 Millionen Euro (!) verlor.

Dann ist ja auch kein Wunder…

Schade, ich hätte gerne auch gelesen, wie viel Geld insgesamt in den 20 Jahren ausgegeben wurde…

Ich mag sowas ja – animierte Information

Freitag, Februar 25th, 2011

Es sieht aber auch immer sehr aufwendig aus, so etwas zu erstellen. Oder ist das einfacher als ich denke?

Und es geht um die Aktivierungen vom Android im Zeitverlauf…
Erst kommt die Welt, dann Amerika, gefolgt von Europa und schließlich Asien.

Steve Jobs hat auch mal klein angefangen…

Donnerstag, Februar 10th, 2011

Wer also Lampenfieber hat und denkt, damit ist die Weltherrschaft außer Reichweite, der irrt.
Das zeigt dieses schöne Video
(Quelle: New York Times)…

Viel Spaß!!!