Christian Dössel

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Olympiamilano – Herausforderungen an zeitgemäße Marktforschung

Coaching à la Olympiamilano, Dezember 2011

Dezember 30th, 2011

Lange haben wir es hier bei Olympiamilano schleifen lassen, das Coaching und die Weiterbildung.

Doch heute geht es weiter.

Thema: Genderstudies 1976

Rückblicke der ernstgemeinten und nicht-ernstgemeinten Sorte #2

Dezember 23rd, 2011

“Wie viel NextGen MaFo steckt in mir?”

Was haben wir nicht alles gelernt wieder mal dieses Jahr.

Die NextGen MaFo hat ihre Kreise gezogen und Social Media ist weiter marschiert, auch in unsere beruflichen Gefilde.

Manchmal hat man das Gefühl, dass alles anders werden muss. Ist ja auch so, ein bisschen jedenfalls. Wenn auch anders als man uns manchmal glauben lassen will.

Aber, was ein echter NextGen Marktforscher (m/w) sein will, der muss schon was geleistet haben in 2011.

Olympiamilano hat sie nun, die ultimative Checkliste für die Standortbestimmung als NextGen MaFo Kollege oder Kollegin.

Macht hier den Test.

Als Preis für den oder die Besten gibt es kein iPad 2 zu gewinnen.

#1 “Ich habe ein T-Shirt mit dem Aufdruck “Repräsentativität ist so 90er”

#2 “Ich kann die Unterschiede der Strukturdaten der Nutzer von Facebook und google+ gefragt aber vor allem ungefragt runterbeten, wenn es sein muss auch im Schlaf”

#3 “Ich habe mehr als 10 Freundschaftsanfragen auf Facebook von meinen ehemaligen MROC-Probanden erhalten”

#4 “Ich bin Foursquare Mayor der BVM Geschäftsstelle”

#5 “Ich habe mindestens 3 Mitgliedsanfragen von LinkedIn-Gruppen zur “Strategischen Planung” erhalten, und sie alle abgelehnt”

#6 “Ich habe mindestens 10 selbst erstellte Polls in meiner Facebook-Timeline”

#7 “Ich habe mindestens einen Tweet abgesetzt mit dem Inhalt “…had an overwhleming meeting with curious client, so much to improve” oder so ähnlich”

#8 “Ich habe ein Unterarm-Tattoo machen lassen, verschnörkelte Schreibschrift, “Zuhören ist das neue Fragen”

#9 “Ich habe auf XING mehr Einladungen zu MaFo-Gruppen bekommen als unnötige und zwielichtige Vertriebsversuche”

#10 “Meine Surveys bei limesurvey sind so schnell und günstig, da fällt es auch nicht auf, dass ich die falschen Leute befragt habe.”

Schöne Feiertage und alles Gute für 2012!

Rückblicke der ernstgemeinten und nicht-ernstgemeinten Sorte #1

Dezember 16th, 2011

So kurz vor Weihnachten und vor dem Neuen Jahr ist es eine liebgewonnen Tradition zurückzublicken auf das, was hinter einem liegt.

Und jetzt, wo die Jahresrückblicke im Fernsehen (die m.E. immer früher anfangen, 2013 werden die wahrscheinlich schon im August / September produziert, um im Oktober gesendet zu werden) zum Glück alle schon gelaufen sind, wird es auch für die MaFo-Branche Zeit, sich ihrer selbst zu besinnen.

Was ist passiert, was ist nicht passiert? Was lief gut, was lief schlecht? Wo ging die Reise hin, wo wird sie hingehen?

Aber Olympiamilano wäre ja nicht Olympiamilano wenn es nicht mit einem Augenzwinkern zugehen würde. So habe ich mir gedacht, dass ich die letzten Tage des Jahres dazu nutze, um ein paar Posts abzusetzen, manche ernst gemeint, manche nicht ernst gemeint.

Welche zu welcher Sorte gehören, entscheiden wie immer die Leser…


Und hier kommt der Olympiamilano-Rückblickspost #1 (Achtung, es kommt das Wort “Twitter”drin vor)

Es gibt ihn, den Twitter Hashtag #MRX. Interessant in diesem Zusammenhang zu wissen, dass der früher mal #MR hieß, aber aufgrund von zu viel Spam der Vertreter der Zunft, die die Teilnahme an bezahlten Surveys angeboten haben, umbenannt wurde (wer will kann ja mal nach #MR suchen).

Auf diesem Kanal tummeln sich die wichtigsten, weil einflussreichsten internationalen Marktforschungs-Blogger, und es lohnt sich ab und an da mal reinzuschauen. Aber auch unsere Branche lebt u.a. von der Eitelkeit ihrer Protagonisten, und weil research live das auch weiß, gab es den #MRX Tweet Award.

Dafür wurden die 20 #MRX Tweeter zusammengestellt, die die meisten Retweets hatten. Ich finde die Kommentare über den Sinn und Unsinn dieser Abstimmung sehr gut, sowohl die methodischen als auch die inhaltlichen Anmerkungen… Und persönlich finde ich das auch irgendwie schwierig (das Wort “Sch****vergleich” wurde früher mal für solche Wettbewerbe benutzt, nicht von mir, aber nicht ganz zu Unrecht).

Ach ja, der Gewinner steht mittlerweile auch fest. Und, er kommt aus Belgien. Und er nimmt das zum Glück auch nicht zu ernst…

 

Keine Beschwerde ohne Verbesserungsvorschlag! Daher eine Anregung an @MrPeax von marktforschung.de: Das wäre doch auch mal was für die Deutsche MaFo, oder? Aber irgendwie besser könnte es gemacht werden.

Das wäre doch was für 2012, oder?

Ich stehe für die Konzeption gerne mit zur Verfügung!

Wir suchen Verstärkung in Hamburg!

Dezember 12th, 2011

Wir, also MM-Eye sucht Senior Personal!

MM-Eye ist eine international tätige Marktforschungsagentur mit den Schwerpunkten Marken, Kommunikation und Produktentwicklung. Wir unterstützen und beraten unsere Kunden bei der Konzeption, Analyse und Implementierung von Markt- und Marketingforschungsprojekten.

Für die nationale und internationale Projektarbeit und Kundenberatung suchen wir ab sofort einen

Senior Market Researcher (m/w)

Was wir von Ihnen erwarten:

Sie haben ein Hochschulstudium, vorzugsweise mit Schwerpunkt Marketing / Marktforschung, Sozialwissenschaften, Psychologie, Kommunikations-wissenschaften o.ä. erfolgreich abgeschlossen.

Sie haben im Anschluss mindestens 5 Jahre in der Marktforschung (qualitativ und quantitativ) gearbeitet, gerne auch international.

Sie besitzen fundierte Kenntnisse in Marktforschungsmethoden, haben ausgeprägte Moderations-, Auswertungs- und Präsentationserfahrung und lieben den Umgang mit Kunden.

Projektführung und –durchführung in englischer Sprache sind für sie nichts Außergewöhnliches ebenso wenig wie Termindruck und ein hoher Qualitätsanspruch.

Sie sind kein Branchen-Spezialist sondern interessieren sich für Autos ebenso wie für pflegende Kosmetik.

Bei Ihnen paart sich Wissen mit Talent, Fähigkeiten und Passion ergänzen sich.

Sie sagen über sich, dass sich bei Ihnen der Blick über den Tellerrand gegenüber Tunnelblick und Scheuklappen durchgesetzt hat.

Sie machen sich Gedanken über neue Herausforderungen an die Marktforschung und die Chancen, die damit verbunden sind.

Ihre Aufgaben:
Kundenberatung vom Briefing über Präsentation bis zur Implementierung
Konzipierung, Koordination und Durchführung nationaler und internationaler qualitativer und quantitativer Marktforschungsprojekte
Datenanalyse und Ausarbeitung von marketingrelevanten Handlungsempfehlungen
Ergebnisaufbereitung und Präsentation beim Kunden in Deutsch und Englisch
Ein Stück weiter mitdenken und die Zukunft mit gestalten

Was Sie von uns erwarten dürfen:

Wir bieten Ihnen fachliche und persönliche Entwicklungschancen in einem Team mit flachen Hierarchien.

Sie haben es mit attraktiven internationalen und nationalen Kunden zu tun und werden abwechselungsreichen Herausforderungen begegnen. Und nicht zuletzt der Kontakt und Austausch mit unseren Kollegen in unserem Büro in London sorgt für die nötigen Freiräume, damit Sie Ihr Talent und Ihre Passion bei uns ausleben können.

Wenn Sie wissen, was Sie wollen und der Meinung sind, dass Sie gut zu uns passen, dann sollten wir uns persönlich miteinander unterhalten.

Bitte senden Sie uns Ihren Lebenslauf, Ihre Gehaltsvorstellung und Ihr mögliches Eintrittsdatum an Christian Dössel, christian.doessel[at]mm-eye.com.

Natürlich und besonders gerne auch für ein unverbindliches Erstgespräch: christian@olympiamilano.de oder über DM an @olympiamilano

Heute, im ODC-Adventskalender

Dezember 9th, 2011

Als wäre heute nochmal Nikolaus oder schon Weihnachten…

Ich, ein treuer Leser des ODC (Adventskalender) Blogs, habe heute dort das Türchen aufgemacht. Zugegebenermaßen habe ich zuerst nur die Headline bei Facebook gesehen, aber geklickt.

Und siehe da: “BLOGGENDE MARKTFORSCHER ODER WAS?” Interessantes Thema, dachte ich. Und irgendwie kam mir das Bild auch bekannt vor, aber dann habe ich geschnalt, dass es um mich bzw. Olympiamilano geht. Aber lest selbst…

Wer mich kennt, der weiß, dass das was für mich ist, weil es für mich funktioniert. Daher habe ich mich heute, Arbeitsstreß hin, schlechtes Wetter und noch keine Geschenke gekauft her, sehr gefreut… Dankeschön!

Olympiamilano.de im Mafo-Web von Q

Oktober 28th, 2011

Gestern war ich in München auf der Messe. Große Überraschung am Stand von Q – Agentur für Forschung als ich diese Karte gesehen haben (Klick zum Vergrößern).

Olympiamilano ist der einzige Blog, der hier auftaucht. Das ist natürlich toll.

Man fragt sich ja manchmal schon, wo denn der Sinn besteht im MaFo-Bloggen.

Austausch? Meinungen? Ruhm? Geld? Erfolg? Hmm…

Aber wenigstens manchmal Anerkennung, so wie jetzt. Das motiviert doch…

Achja, wer sich das Ganze mal genauer ansehen will, der schaut hier nach. Oliver wird sich über jeden Klick freuen…

Photo von marktforschung.de

 

Traumhafte Marktforschung – ROI wird zum “Return on Insight”

Oktober 26th, 2011

Letzte Woche hatte ich einen ungewöhnlichen Traum. Ich war in der Zukunft der Marktforschung gelandet. Die Marktforschungswelt hatte sich verändert, alles war anders. Vieles in dem Traum machte aus heutiger Sicht keinen Sinn. Aber über eine Sache aus dem Traum musste ich doch länger nachdenken.

Ähnlich wie heute war der ROI eine zentrale Größe für die Beurteilung und Einordnung von Erfolg. Dass es grundsätzlich nicht einfach ist, den ROI als Return on Invest für Marktforschung zu bestimmen ist nicht zuletzt durch diesen Beitrag klar.

Es war in meinem Traum jedoch so, dass weitaus mehr Marktforschungsaktivitäten von den Kunden anhand von ROI-Betrachtungen bewertet wurden. Wie konnte das sein? Wie haben sie das Problem der Definition, die interindividuell eindeutig Bestimmung gelöst?

Es dauerte nicht lange, bis ich merkte, dass ROI nicht für Return On Invest sondern für Return On Insight stand.
Was war passiert?

Zentrale Veränderungen der Marktforschungsbranche, wie wir sie heute schon beobachten und erahnen können, hatten sich in konkreten neuen Anforderungen und Geschäftsbereichen manifestiert.

Die Kunden von Marktforschungsleistungen waren nicht mehr bereit, teure und hochspezialisierte externe Dienstleister und Service-Einheiten (hoch) zu bezahlen. Die Knappheit von Informationen über Märkte und Marktteilnehmer war immer geringer geworden, der Wert der aufwändigen Beschaffung dieser Informationen war schnell und kontinuierlich gesunken.

Das meiste und wichtigste für die Unternehmen war über intelligente Social Media Monitoring Ansätze und Fortschritte in der DIY-Marktforschung ohne großes Invest einfach zugänglich. Die Institute, die sich auf die Beschaffung von Informationen fokussiert hatten, waren in einer negativen Relevanz- und damit Income-Spirale nach unten geraten, bis sie keine Daseinsberechtigung mehr hatten. Qualität, Effizienz, Methodik und nicht zuletzt Preis waren zuletzt Argumente gewesen, in denen sich die Institute nicht mehr voneinander zu unterscheiden wussten. Folgerichtig war der Invest, den die Auftraggeber an die Marktfoschungsdienstleister für die Erhebung von Daten und Informationen ausgegeben haben, verschwindend gering geworden.

Dennoch war die Branche nicht vom Erdboden verschwunden, sie hatte sich aber deutlich verändert.
Die zentrale Währung für die Leistung von Marktforschungsdienstleistungen war der Insight geworden
. Die Generierung von Insights hatte sich dabei von der Wertschöpfung der Datengewinnung losgelöst, diese war bei den beauftragenden Firmen re-integriert. Zentrale Kompetenz war die Zuweisung von Bedeutung geworden. Und für die wurde viel und gerne gezahlt.

Was mir vor allem gut gefallen hatte war die Tatsache, dass die Auftraggeber den Return on Insight in ihre Bezahlung als flexiblen Bestandteil aufgenommen hatten.
Nur, wer in der Lage war, Insight zu liefern, die den unternehmerischen Erfolg der Auftraggeber positiv beeinflussen, bekam den flexiblen Teil des Honorars.

Ich bin mir sicher, dass ein Return on Insight für Marktforschung ebenso schwierig zu bestimmen ist  wie ein Return on Invest. Aber ich bin mir auch sicher, dass die Beurteilung unserer Leistungen durch unsere Kunden an einem Return on Insight zukunftsweisend ist. Denn dadurch würden wir gezwungen werden:

- unser Silodenken aufzugeben,
- mehr über Marketing und Werbung wissen zu wollen,
- weniger an Handwerkskunst und mehr an Relevanz zu glauben und
- letztendlich gerüstet sein für die Zukunft.

Wir selber haben es noch nicht versucht, einen Teil des Honorars als flexiblen Anteil zu vereinbaren, je nach Return on Insight. Auch, weil die Auftraggeber sich hier noch schwer tun.

Aber wir denken darüber nach, und wer weiß, vielleicht ergibt es sich bald, dass wir uns mit einem Kunden auf ein zukunftsfähiges Modell einlassen.

Ist Facebook eigentlich jetzt eine Marktforschung-Plattform? Und wenn ja, wie kann man sie nutzen?

Oktober 26th, 2011

Es ist überflüssig zu sagen, dass die sozialen Netzwerke Kommunikation von Menschen untereinander genauso wie die Kommunikation von Marken mit ihren Nutzern verändert hat und stetig verändert. Und es ist ebenfalls kein Geheimnis, dass Facebook derzeit das größte soziale Netzwerk ist (und laut dieser Infografik auch weiter bleiben wird)

Wenn sich Kommunikationswege und –mittel verändern, dann sollte dies auch immer die Marktforschung herausfordern. Sind wir es doch, die auch Kommunikation zwischen Menschen angewiesen sind, um mit unserem kompletten Werkzeugkasten zu erfahren, was Menschen denken, fühlen, mögen und wie sie sich verhalten.

Eigentlich sind die Voraussetzungen für die Nutzung von Facebook für Market Research sehr gut. Es handelt sich um eine Internetplattform, die sehr schnell und immer und von überall zugänglich ist. Die Reichweite ist immens, die Penetration der regelmäßigen Nutzerschaft beläuft sich den meisten Märkten auf hohe zweistellige Prozentzahlen. Und die Frage-Antwort-Logik ist unter den Nutzern weit verbreitet.

Es stellt sich dann jedoch die Frage, warum dies nur unzureichend und in der Mehrheit lediglich unter Social Media Monitoring Gesichtspunkten funktioniert?

Mir fallen hier mehrere Gründe ein, von denen ich drei weiter ausführen will.

1. Marktforschung lebt von der Standardisierung, soziale Netzwerke sind nicht zu standardisieren

Einer der wichtigsten Parameter der Marktforschung war bisher der Grad der Standardisierung ihrer Werkzeuge. Je geringer der Anpassungsbedarf an Lösungen, desto höher die Wertschöpfung. Dieses gelernte Prinzip wird nun auch auf soziale Netzwerke und damit auch auf Facebook anzuwenden versucht. Dies ist aus zwei Gründen ein Irrweg. Das sich Facebook kontinuierlich und in bestimmten Bereichen auch unbemerkt verändert und entwickelt, ist es unsinnig, standarisierte Seiten-Templates erstellen. Anforderungen, Richtlinien und weitere Rahmenbedingungen verändern sich ebenfalls ständig.

Zweitens zeigen Nutzer von Facebook auf der Plattform selber ein Kommunikationsverhalten, das nur in Ausnahmefällen von jemandem in der Rolle des Marktforschers kontrolliert gesteuert werden kann. Diskussionspfade, Themenschwerpunkte und Inhaltsbereiche auf den Seiten werden von den Nutzern selber vorgegeben, strukturiert und erweitert. Das funktioniert weithin ohne Moderator.

2. Die Möglichkeiten zur Nutzung von Facebook im DIY-Marktforschungsmodus sind relativ umfassend (Poll / Questions) und daher besteht kein Bedarf an „echter“ Marktforschung

Facebook ist eine Plattform, deren Mehrwerte bisher vor allem von den Marketingabteilungen  erkannt und ausgeschöpft werden. Mechanismen der Marktforschung, wie kurze Polls, Abstimmungen und One-Question-Surveys sind seit jeher beim Marketing zur Relationship-Bildung zwischen Marke und Nutzer beliebt. Diese Module können jedoch die Marktforschung mit Nutzern von Facebook nicht ersetzen. In der Wahrnehmung vieler Marketeers steht jedoch die marketinggerichtete Nutzung von Marktforschungsmethoden auf Facebook im Vordergrund. Ein Verständnis für die Notwendigkeit von „echter“ Facebook-Marktforschung ist bisher nur wenig ausgeprägt.

3. Facebook wird verwechselt mit Research Communities

Auch wenn Online Research Communities ein wachsendes Feld innerhalb der innovativen Marktforschungsmethoden darstellen, gibt es doch deutliche Unterschiede zwischen ihnen und Facebook. ­Facebook bzw. eine Markenseite auf Facebook ist per se keine Research Communites. Eine Marken- bzw. Fanseite auf Facebook kann sehr gute Dienste leisten für den Markenaufbau und die Kommunikation von Markencontent. Sie ist sehr gut geeignet zur Steigerung der Markenbindung oder der Auseinandersetzung mit einer Marke. Aber es ist sehr schwer zu erreichen, dass die Nutzer einer Markenseite neben der Marke auch miteinander reden. Selbst solche Marken, die das hinkriegen, verzeichnen nur wenig Erfolg die Kommunikation der Nutzer untereinander in echte Beziehungen umzuwandeln.

Es gibt jedoch Möglichkeiten, einfach und schnell Informationen über Nutzer der Facebook-Markenseite zu erhalten. Wenn man sich mit den folgenden methodischen Bedingungen anfreundet, ist eine Befragung auf Facebook sehr sinnvoll.

-  Die Grundgesamtheit sind Menschen, die sich über das Klicken von „Gefällt mir“ mit einer Markenseite verbunden haben. Alle Ergebnisse sind gültig für diese Gruppe und Verallgemeinerungen auf Markennutzer, Potenziale etc. sind mit Vorsicht zu genießen.

-  Für eine Kontrolle der Ausschöpfung steht lediglich die Responserate zur Verfügung. Da die Grundgesamtheit in ihrer Struktur unbekannt ist, kann auch die Menge der Teilnehmer im Hinblick auf ihre Struktur nicht mit ihr vergleicht werden.

Die Einsatzgebiete eines solchen Researchs reichen dann von der Qualifizierung bestehender „Fans“ über Evaluation und Optimierung der Facebook-Seiten, Rekrutierung von Research-Teilnehmern zu Studien außerhalb von Facebook bis hin zur – bei Seiten mit hohen „Fan-Zahlen“ – Spezialumfragen in sonst sehr schwer zu erreichenden Zielgruppen.

Für die in Deutschland führende Facebookseite rund um das Thema „Bücher“ und „Lesen“ mein-lesetipp.de haben wir in der Vergangenheit einige Facebok-Umfragen entwickelt. Aus unserer Erfahrung ist vor allem darauf zu achten, dass die Teilnahmehürden so gering wie möglich sind. Es stimmt zwar, dass die Facebook-Umgebung für die Nutzer sehr wichtig ist, diese sollte man nicht verlassen.

Es stimmt aber auch, dass die Nutzung von Applikationen eine Nutzungsbarriere darstellt, nicht zuletzt aus Datenschutzgründen. Außerdem ist die Nutzung von Apps auf Facebook, wie bereits hier berichtet, nur unterdurchschnittlich.

Dennoch sind die Möglichkeiten der Verknüpfung von Facebook Research und Relationship Management biser kaum ausgeschöpt. Schade eigentlich…

Insight – nicht immer ist drin, was drauf steht

September 19th, 2011

Wenn mich heute jemand fragt: „Was ist ein Insight?“ dann muss ich zuerst einmal zurückfragen: „Wer will das wissen?“.

In meiner persönlichen Wahrnehmung gibt es kaum ein Begriff, der in der Welt der Marktforschung eine steilere Karriere genommen hat als der „Insight“.
Und je steiler die Karriere des Begriffs desto größer ist das Spektrum möglicher Bedeutungen geworden.

Im gleichen Maß haben Differenzierungskraft und Bedeutungsgenauigkeit des Begriffs gelitten. Insight planning, insight management, consumer insights, insight strategy, insight based segmentation, …  Im Deutschen Sprachgebrauch klingt das alles gut, weil es nicht ins Deutsche übersetzt wird, was seinerseits zur Begriffsverklärung beiträgt.

Photo by Thea Kamilla

 

Ich habe stets gute Erfahrungen damit gemacht, den Begriff Insight im Vorfeld – je nach Gesprächspartner – zu definieren (eine zielgruppengerechte Herangehensweise hat bekanntlich noch nie geschadet ;-) ).

Aus meiner Erfahrung mit Kunden aus den unterschiedlichen Branchen macht es vor allem Sinn darin zu unterscheiden, wie ein Insight einerseits generiert wird und wie er dann andererseits nutzbar gemacht wird.

Es existieren unterschiedliche Definitionen von “Insight”. Allen Definitionen ist jedoch mehr oder weniger gemein, dass ein Insight …

- unerwartet und vorher unbekannt sein muss

- stark genug sein muss, um Veränderungen hervorzurufen

- nutzbar ist über eindeutige Mehrwerte oder Unterscheidungsmerkmale von Marke und / oder Produkt

Mehr in Richtung Marktforschung geht diese Definition:

“An Insight is a key piece of in-depth understanding about a target audience that will unlock a true business potential”

Unabhängig davon, welche Richtung man einschlägt und welche Definition man ansetzt, es wird klar, dass für ernst gemeinte Insights ein Blick über den Research-Tellerrand notwendig ist.

Denn wie sonst ist das Business-Potenzial abschätzbar? Wie sonst ist zu bewerten, ob ein Insight unerwartet und neu ist?

Daher lege ich stets viel Wert auf die Betrachtung des jeweiligen weiteren Studienkontexts wie Wettbewerb, Kommunikation in der Vergangenheit etc. (ich habe hier schon mal etwas über Insights und Context geschrieben).

Insight haben es in sich, dass sie sich manchmal erst entwickeln. Marktforschung trägt dann nur einen Teil zum Insight bei (den Rest machen Strategie, Advertising, PR, Marketing & Sales). Interdisziplinäre Fähigkeiten sind dann gefragt.

Nicht jeder Research ohne Insights ist sofort wertlos. Denn nicht jeder Research hat das Ziel Insights zu finden. Viele Marktforschungs-Studien bleiben auf der Ebene der Ergebnisse und Antworten stehen, und das völlig zu Recht.

Nur sollte man dann auch nicht von Insights reden sondern mit dem Begriff verantwortlich umgehen, bitteschön…

Coaching à la Olympiamilano, September 2011

September 1st, 2011

Unser Thema direkt am ersten Tag im September:

Kleine Destinationen-Kunde im Zusammenhang mit internationalem Research